Ein Femizid ist die Tötung einer Frau oder eines Mädchens aufgrund ihres Geschlechts, oft im Kontext patriarchaler Strukturen und geschlechtsbezogener Gewalt.
Die geschlechtsspezifische Gewalt gegen Frauen ist eine bedrückende Realität, die sich auf vielfältige Weise manifestiert. Seit mehreren Jahrzehnten werden zum Beispiel die Begriffe „Femizid“ und „Feminizid“ verwendet, um die verschiedene Formen der Gewalt gegenüber Frauen zu beschreiben und so mehr Aufmerksamkeit auf dieses Problem zu leiten. Doch worin liegt genau der Unterschied?

Was ist ein Femizid?
Ein Femizid ist die vorsätzliche Tötung einer Frau oder eines Mädchens aufgrund ihres Geschlechts. Häufig werden Femizide von (Ex-)Partnern oder Männern aus dem nahen Umfeld begangen und gelten als die extremste Form geschlechtsspezifischer Gewal
Der Begriff wurde 1976 von der Soziologin Diana Russell geprägt. Er macht deutlich, dass es sich nicht um beliebige Tötungsdelikte handelt, sondern um geschlechtsspezifische Gewalt. Viele dieser Taten stehen im Zusammenhang mit patriarchalen Strukturen, Machtansprüchen oder dem Versuch, Kontrolle über Frauen auszuüben. Femizide sind die extremste Form von Gewalt gegen Frauen und haben oft weitreichende Folgen für Angehörige und die gesamte Gesellschaft.
Die aktuellen Zahlen (vermutlicher) Femizide 2026 in Deutschland werden durch One Billion Rising aktiv verzeichnet, die Zahlen finden Sie hier.
Was ist der Unterschied zwischen Femizid und Feminizid?
Ein Feminizid ist die Tötung einer Frau oder eines Mädchens aufgrund ihres Geschlechts, bei der zusätzlich die Mitverantwortung von Staat und Gesellschaft im Fokus steht. Während ein Femizid die geschlechtsspezifische Tötung einer Frau beschreibt, macht der Begriff Feminizid darauf aufmerksam, dass auch strukturelle Ursachen, mangelnder Opferschutz und Straflosigkeit zu solchen Taten beitragen können.
Die mexikanische Anthropologin und Feministin Marcela Lagarde entwickelte den Begriff in den 1990er-Jahren weiter. Sie wollte damit verdeutlichen, dass nicht nur einzelne Täter Verantwortung tragen, sondern auch staatliche Institutionen, wenn sie Frauen nicht ausreichend schützen oder Gewalt gegen Frauen nicht konsequent verhindern und verfolgen.
Der Unterschied: Ein Femizid beschreibt die Tat selbst, während ein Feminizid zusätzlich die gesellschaftliche und staatliche Verantwortung für diese Form geschlechtsspezifischer Gewalt in den Blick nimmt.
Eine erschreckende Realität – Fast jeden Tag ein Femizid in Deutschland
Die traurige Realität ist, dass fast jeden Tag in Deutschland eine Frau oder ein Mädchen Opfer tödlicher Gewalt wird. Das aktuelle Bundeslagebild für 2023 des Bundeskriminalamts offenbart eine alarmierende Zunahme frauenfeindlicher Straftaten.
Insgesamt gab es 938 versuchte Femizide 2023 in Deutschland, davon wurden 360 vollendet – viele von ihnen durch (Ex-)Partner oder Männer, die aus Hass oder nach Trennungen handelten. Diese Zahlen verdeutlichen die Allgegenwärtigkeit dieser Gewalt und die dringende Notwendigkeit, mehr für den Schutz von Frauen zu tun.
Auch wenn seitens der Innenpolitik härtere Strafen und besseren Schutz für Frauen gefordert wird, gibt es weiterhin große Lücken im System. Beispielsweise fehlen ausreichend Schutzräume in Frauenhäusern, was viele Frauen in gefährliche Situationen bringt, in denen sie keinen Ausweg finden.
In diesen 5 Bereichen äußern sich frauenfeindliche Straftaten vermehrt:
- Häusliche Gewalt
- Tötungsdelikten (durch Familie & Partner*in)
- Menschenhandel
- Sexualstraftaten
- Digitale Gewalt
Was kann dagegen unternommen werden?
Um geschlechtsspezifische Gewalt zu bekämpfen, müssen wir diese als gesellschaftliches Problem anerkennen. Dabei sind drei Maßnahmen entscheidend:
- Prävention: Durch Aufklärung, Bildungsprogramme und frühzeitige Intervention können wir Gewalt verhindern.
- Schutz: Frauenhäuser, Beratungsstellen und Notrufe müssen besser ausgestattet und zugänglich sein, um betroffenen Frauen sofortigen Schutz zu bieten.
- Strafverfolgung: Die Justiz muss Täter konsequent zur Rechenschaft ziehen, um ein klares Signal gegen Gewalt an Frauen zu senden.
Die öffentliche Aufklärung spielt auch eine wesentliche Rolle, um lFangfristig gesellschaftlichen Wandel zu erzeugen.
Bist du selbst eine Betroffene von frauenfeindlicher Straftaten geworden? Das Hilfetelefon „Gewalt gegen Frauen“ richtet sich an Frauen, die Gewalt erleben oder erlebt haben. Unter der Nummer 116 016 können Frauen rund um die Uhr und kostenlos Kontakt zu Beraterinnen aufnehmen – vertraulich und anonym.
Weitere Hilfsangebote rund um Osnabrück haben wir Ihnen in verschiedenen Sprachen hier bereitgestellt.
Feminismus als Schlüssel zur Veränderung
Die Steigerung frauenfeindlicher Straftaten zeigt uns, wie tief verwurzelt geschlechtsspezifische Gewalt in unseren gesellschaftlichen Strukturen ist. Aber das bedeutet nicht, dass wir nichts tun können. Im Gegenteil: Durch gemeinsames Engagement für Gleichberechtigung und Feminismus können wir diese Strukturen hinterfragen und verändern.
Haben Sie ein Projekt, dass unser Ziel für mehr Miteinander in der Gesellschaft fördert? Wir fördern finanziell Präventionsmaßnahmen für mehr Gleichberechtigung, Toleranz, Solidarität und die Bekämpfung von Gewalt! Füllen Sie ganz einfach und schnell unseren Förderantrag aus! Klicken Sie einfach hier, um zum Förderantrag zu gelangen – denn gemeinsam können wir unsere Gesellschaft weiterbringen.