Shame – European Stories: Ausstellung gegen sexuellen Missbrauch bei Hase29

Die schwarz-weißen Porträts des italienischen Fotografen Simone Padovani zeigen 50 Menschen aus Europa zwischen 23 und 90 Jahren, die sexuellen Missbrauch erlitten haben. Kombiniert mit persönlichen Texten entfalten die neutral wirkenden Bilder enorme Wucht und thematisieren Scham, Vertuschung und Prävention.

Shame – European Stories: Ausstellung gegen sexuellen Missbrauch
© Foto: Angela von Brill

Sensibilisierung von sexuellen Missbrauch

Die Ausstellung von „Shame – European Stories“ vom Fotografen und Journalisten Simone Padovani bewegt mit den Porträts von Gesichtern mit echten Geschichten. Simone Padovani reiste insgesamt 25.000 Kilometer, um von Geschichten von sexuellem Missbrauch aus ganz Europa zu hören. Viele dieser Menschen teilten auch dasselbe Schicksal: Niemand möchte von diesen Erfahrungsberichten hören, oft nicht einmal die eigene Familie.

Und darauf möchte die Ausstellung aufmerksam machen – über die Scham, die die Betroffenen von sexuellem Missbrauch spüren müssen. Die Idee dieser Ausstellung stammt dabei von der Justice Initiative, die sich für den Kinderschutz und der Aufarbeitung von Kindesmissbrauch einsetzen.

Die eindrucksvollen Schwarz-Weiß-Porträts zeigen Menschen zwischen 23 und 90 Jahren – Männer und Frauen aus Familien, Heimen, Schulen oder der Kirche –, deren Blicke Stärke, Würde und Anklage ausstrahlen. Ergänzt durch kurze, prägnante Texte der Betroffenen, entfaltet sich die Wucht der Geschichten: Institutionen und „Beisteher*innen“ schwiegen oft jahrelang, zementierten Strukturen des Vertuschens.

In Osnabrück im Kunstraum Hase29 (vom 17. Januar bis 14. Februar 2026) holte Elisabeth Lumme die Wanderausstellung hin – als Kontrapunkt zur Absage des Theaterstücks „Ödipus Exzellenz“. Sie dient nicht der Anklage, sondern der Prävention: Sie fordert uns auf, ins eigene Umfeld zu blicken und Verantwortung zu übernehmen.

Als Stiftung respektplus haben wir die Ausstellung in Osnabrück mit einer Summe von 1.000 Euro unterstützt.

Shame – European Stories: Ausstellung gegen sexuellen Missbrauch
© Foto: Angela von Brill

Aufklären statt Schweigen

Durch das Tabuisieren von Gewalt- und Missbrauchserfahrungen entwickeln sich bei Betroffenen nichts, außer die Entwicklung von Scham. Diese Scham führt zu langfristigen psychischen Belastungen wie Depressionen, Beziehungsstörungen und Isolation, die ein Leben lang wirken können.

Ausstellungen wie „Shame – European Stories“ in der Osnabrücker Galerie Hase29 brechen das Schweigen und machen Betroffene sichtbar – für Prävention, Solidarität und echten Wandel in Familie, Kirche und Gesellschaft.