Das Wort stammt von den beiden altgriechischen Wörtern misos (Hass) und gyne (Frau) und beschreibt den exzessiven Hass gegen Frauen – meist durch Männer. Misandrie beschreibt währenddessen genau das Gegenteil – nämlich den Hass gegen Männer. Zwar bleibt das die allgemein gesellschaftliche Begriffserklärung – das Buch „Down Girl – Die Logik der Misogynie“ von Manne (2020) versteht unter dem Begriff Misogynie eher den Straf- und Kontrollmechanismus des Partriarchats.

Misogynie – Frauenhass erklärt
Misogynie – oft auch als Frauenhass bezeichnet – beschreibt die Abwertung, Diskriminierung oder Feindseligkeit gegenüber Frauen. Sie zeigt sich nicht nur in offenen Angriffen, sondern auch in subtilen Alltagssituationen, die auf den ersten Blick harmlos wirken. Gerade deshalb ist es wichtig, den Begriff klar zu verstehen und die Mechanismen dahinter sichtbar zu machen.
Der Begriff umfasst alle Einstellungen und Verhaltensweisen, die Frauen gering schätzen oder ihnen bestimmte Rollen zuschreiben. Dazu gehören abwertende Kommentare, ungleiche Chancen im Berufsleben, sexualisierte Gewalt, Online-Hetze oder strukturelle Benachteiligungen. Oft geschieht Frauenhass nicht bewusst, sondern ist kulturell verankert – aber dennoch wirkungsvoll und verletzend.
Internalisierte Misogynie beschreibt dazu die Übernahme frauenfeindlicher Einstellungen durch Frauen selbst – oft unbewusst. Das bedeutet: Frauen wachsen in einer Gesellschaft auf, in der bestimmte Vorurteile, Rollenbilder oder Abwertungen gegenüber Frauen verbreitet sind. Mit der Zeit können sie diese negativen Botschaften verinnerlichen und gegen sich selbst oder andere Frauen richten.
Einer dieser negativen Botschaften durch einer Frau selbst kann die Aussage „Ich bin nicht so wie die anderen Frauen“ sein. Wenn sich eine Frau gezielt von anderen Frauengruppen abgrenzen möchte, dann handelt sie unbewusst misogyn. Indem sie die Stereotype einer Frau als Grundlage ihrer Argumentation wählt und sagt, andere Frauen seien ihr „zu zickig“, „zu emotional“ und „uncool“, fördert sie die misogyne Haltung und bekennt als eine Person desselben Geschlechts die frauenfeindliche Haltung als richtig und wahr.
Warum ist es wichtig, Frauenhass zu erkennen?
Wer Frauenhass versteht, kann ihn benennen – und nur was benannt wird, kann verändert werden. Durch Aufklärung, Sensibilisierung und klare Haltung können wir verhindern, dass diskriminierende Strukturen weiterwirken. Frauenhass ist kein individuelles Problem, sondern eine gesellschaftliche Herausforderung.
10 Beispiele von Misogynie
- Abwertung von Frauen als weniger kompetent – z. B. die Annahme, Frauen seien für Führungspositionen grundsätzlich ungeeignet.
- Sexistische Beleidigungen oder Herabwürdigungen – Nutzung von Schimpfwörtern, die Frauen auf ihr Geschlecht oder ihre Sexualität reduzieren.
- Victim Blaming bei Gewalt gegen Frauen – Aussagen wie „Sie ist selbst schuld“, wenn Frauen von Gewalt betroffen sind.
- Doppelte Standards – Verhalten, das bei Männern akzeptiert wird, bei Frauen aber negativ bewertet wird (z. B. Durchsetzungsvermögen wird bei Männern gelobt, bei Frauen kritisiert).
- Reduzierung von Frauen auf ihr Aussehen oder ihre Körperlichkeit – Kommentare zu Kleidung, Figur oder „Attraktivität“ anstelle ihrer Fähigkeiten.
- Ungerechte Arbeitsverteilung – Erwartung, dass Frauen selbstverständlich unbezahlte Care-Arbeit übernehmen.
- Sexuelle Belästigung – Anzügliche Bemerkungen, unerwünschte Berührungen oder Annäherungen.
- Unsichtbar machen von Frauen in Diskursen – Frauen nicht zu Wort kommen lassen oder ihre Beiträge ignorieren.
- Bevormundung und Kontrolle – Entscheidungen über das Leben von Frauen treffen, ohne sie selbst einzubeziehen (z. B. in Beziehungen oder Beruf).
- Darstellung von Frauen als Objekte in Medien – Nutzung weiblicher Körper zur Erzeugung von Aufmerksamkeit ohne Bezug zum Inhalt.
Miteinander gegen Misogynie
Als Stiftung sehen wir jeden Tag, wie wichtig es ist, gemeinsam Haltung zu zeigen. Misogynie ist kein Randphänomen – sie begegnet uns in Schulen, im Netz, im Alltag. Umso entscheidender ist es, dass wir einander stärken, aufklären und Betroffene schützen.
Unser Ziel ist eine Region, in der Frauen ohne Angst leben können und in ihrer Würde respektiert werden. Dafür unterstützen wir Projekte, die sensibilisieren, schützen und Mut machen – von Präventionsworkshops über digitale Aufklärung bis hin zur Hilfe für Betroffene.
Haben Sie ein Projekt, das unsere Mission gegen Gewalt und Hetze unterstützt? Wir fördern finanziell alle Projekte, die mehr Miteinander unterstützen! Ob Schulprojekte, Aufklärungsarbeiten oder Präventionsmaßnahmen – wir unterstützen finanziell all das, was unsere Gesellschaft weiterbringt!
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