„Mein Körper gehört mir!“ – Präventionsprojekt gegen sexualisierte Gewalt an der Honigmoor-Schule Epe

Eigene Grenzen erkennen, auf das Bauchgefühl hören und wissen, wo man Hilfe bekommt: Genau darum ging es beim Präventionsprojekt „Mein Körper gehört mir!“ an der Honigmoor-Schule Epe. Vom 8. bis 22. September 2026 beschäftigten sich die Schüler*innen der 3. und 4. Klassen altersgerecht mit körperlicher Selbstbestimmung und dem Schutz vor sexualisierter Gewalt.

Theaterszenen des Präventionsprojekts „Mein Körper gehört mir!“ zur Aufklärung über sexualisierte Gewalt und körperliche Grenzen bei Kindern an der Honigmoor-Schule Epe.

Das theaterpädagogische Projekt wurde durch die respektplus-Stiftung und den Landkreis Osnabrück finanziell unterstützt.

„Mein Körper gehört mir!“ – Kinder stärken und Grenzen erkennen

Kinder sollen frühzeitig lernen, dass ihr Körper ihnen selbst gehört und sie das Recht haben, eigene Grenzen zu setzen. Doch gerade bei vertrauten Menschen kann es schwierig sein, unangenehme Situationen richtig einzuordnen oder ein klares Nein auszusprechen.

Hier setzt das Präventionsprogramm „Mein Körper gehört mir!“ der Theaterpädagogischen Werkstatt Osnabrück an. Mithilfe kurzer, alltagsnaher Theaterszenen werden Situationen dargestellt, in denen die körperlichen Grenzen von Kindern überschritten werden.

Dabei lernen die Schüler*innen, ihre eigenen Gefühle ernst zu nehmen, unangenehme Berührungen zu erkennen und zu verstehen, dass sie sich jederzeit Hilfe holen dürfen.

Eine zentrale Botschaft des Projekts lautet:

„Wenn wir ein Ja-Gefühl haben, können wir Ja sagen, wenn wir ein Nein-Gefühl haben, können wir Nein sagen!“

Sexualisierte Gewalt kindgerecht thematisieren

Wie können Kinder erkennen, wenn jemand ihre körperlichen Grenzen überschreitet? Und was können sie tun, wenn sich eine Situation falsch anfühlt?

Diesen Fragen widmet sich das dreiteilige Theaterprojekt zur Prävention sexualisierter Gewalt. Die Schauspieler*innen greifen Situationen aus dem Alltag von Kindern auf und machen verständlich, dass auch vertraute Personen Grenzen überschreiten können.

Die Schülerinnen sind dabei nicht nur Zuschauerinnen. Durch gemeinsame Gespräche, Fragen und das Mitdenken während der Spielszenen werden sie aktiv einbezogen.

So lernen sie, unterschiedliche Gefühle wahrzunehmen, Situationen einzuschätzen und über unangenehme Erfahrungen zu sprechen. Dabei steht nicht die Angst vor möglichen Gefahren im Mittelpunkt, sondern die Stärkung des Selbstvertrauens und der eigenen Handlungsmöglichkeiten.

Wissen macht stark: Hilfe holen und Nein sagen lernen

Ein besonders wichtiger Bestandteil des Projekts ist die Vermittlung konkreter Strategien zum Selbstschutz.

Die Kinder beschäftigen sich unter anderem mit der Frage, wie sie reagieren können, wenn jemand ihre Grenzen missachtet, und an wen sie sich in solchen Situationen wenden können.

Die wichtigste Botschaft lautet:

„Wenn du ein Nein-Gefühl hast, geh zu jemandem und erzähl ihm davon!“

Dabei erfahren die Schüler*innen, dass sie mit unangenehmen Erlebnissen nicht allein bleiben müssen. Zum Abschluss erhalten sie außerdem die Nummer gegen Kummer, über die sie Unterstützung finden können.

Das Programm vermittelt damit nicht nur Wissen über sexualisierte Gewalt gegen Kinder, sondern zeigt auch, wie wichtig es ist, Gefühle ernst zu nehmen, über Grenzverletzungen zu sprechen und Hilfe bei vertrauenswürdigen Erwachsenen zu suchen.

respektplus unterstützt die Prävention sexualisierter Gewalt

Mit dem Projekt „Mein Körper gehört mir!“ konnte die Honigmoor-Schule Epe ihren Schüler*innen einen altersgerechten Zugang zu einem besonders sensiblen Thema ermöglichen.

Für uns als respektplus Stiftung ist die Prävention sexualisierter Gewalt ein wichtiger Bestandteil unserer Arbeit. Denn Kinder brauchen Wissen, Vertrauen und verlässliche Unterstützung, um ihre körperliche Selbstbestimmung wahrnehmen zu können.

Deshalb freuen wir uns, das Präventionsprojekt gemeinsam mit dem Landkreis Osnabrück finanziell unterstützt zu haben. Ein besonderer Dank gilt der Theaterpädagogischen Werkstatt Osnabrück für die kindgerechte Vermittlung der Inhalte.

Projekte wie dieses zeigen, wie wichtig frühzeitige Aufklärung, Gewaltprävention und die Stärkung von Kindern sind. Denn jedes Kind hat das Recht, dass seine Grenzen respektiert werden – und darauf, bei Grenzverletzungen Schutz und Hilfe zu erhalten.